Bericht über das Mahlabaneni Projekt (Swasiland)

Bericht der Projektleiterin Frau Busi Vilakazi vom 8. Juni 2012

Zu allererst möchte ich dem Aidshilfe Förderkreis Heiligenrode für Freundlichkeit und Mitempfinden danken, das den Waisen in Mahlabaneni immer wieder in den sechs Jahren entgegengebracht wurde, in denen wir miteinander verbunden sind. Besonders möchte ich auch dem Eine-Welt-Laden der Klosterstube in Loccum für die Mithilfe beim Bau der ersten Halle und der Küche danken. Gerne danke ich auch „Bild hilft – Ein Herz für Kinder“ in Hamburg für die Installation der Wasserpumpe, die wir bis jetzt nutzen.

Mit Hilfe dieser Organisationen waren wir in der Lage, vier Gebäude zu errichten und in Gebrauch zu nehmen: eine Küche, eine Halle (für Selbsthilfeprojekte), eine weitere Halle (für zwei Vorschulen) sowie das Haus eines Hausverwalters mit Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche.

Durch die Wasserversorgung mit der elektrischen Pumpe können wir einen großen Garten nutzen und die Kinder von den Früchten ernähren anstelle Gemüse zu kaufen. Wir sind auch in der Lage Mais anzupflanzen und Maismehl selbst herzustellen statt es zu kaufen. Maismehl ist in dieser Zeit sehr teuer, denn Mahlabaneni gehört zu einem Landstrich in Swasiland, der sehr sehr trocken ist. Wir hatten in den letzten zehn Jahren durchgehend keinen Regen. Wo die Leute vor vielen Jahren pflügten, wächst jetzt ein dicker Wald.

Unser Zentrum ist eine große Hilfe für die ganze Gemeinde Mahlabaneni geworden. Eine Halle wird von Frauen genutzt, die Handarbeiten lernen wie Nähen, Matten Flechten, Jerseys Stricken und Häkeln. Wenn sie ihre Arbeit beendet haben, kommt eine andere Gruppe und wickelt Draht für Elektrozäune. Die andere Halle wird für den Unterricht der Vorschulkinder genutzt.

A Swazi lady sews blouses and teaches others

Frauen nähen an gespendeten Nähmaschinen und leiten darin andere an.
[A Swazi lady sews blouses and teaches others.]

Zur Entwicklung der Vorschule

Wir haben zwei Vorschullehrerinnen und zwei Köchinnen, die für die Kinder an sechs Tagen in der Woche kochen. Wir haben 45 Vorschulkinder und weitere 300 Kinder, die dank einer Unterstützung der Regierung die Grundschule besuchen. Sie alle erhalten einmal pro Tag an sechs Tagen eine nahrhafte Mahlzeit.

Pre-school children at the Mahlabaneni Development Project

Vorschulkinder im Mahlabaneni Entwicklungsprojekt.
[Pre-school children at the Mahlabaneni Development Project.]

Wir haben als Projektleiterin eine Rentnerin, Frau Busi Vilakazi, die sich um alles im Zentrum kümmert. Sie hat gesehen, wie die Menschen in dieser Gegend sterben und ihre Kinder allein zurücklassen, ohne dass sich irgendjemand um sie kümmert. Da hat sie die kleinen Waisenkinder gesammelt und von ihrer eigenen kleinen Pension eine Vorschule für die Waisenkinder ins Leben gerufen. Denn diese kleinen Kinder würden niemals etwas werden können ohne Schulbildung. Die hiesigen Schulen nehmen keine Kinder, die nicht zuerst eine Vorschule besucht haben. Es gilt: Ausbildung ist die Antwort auf ihre Not in der Zukunft.

Pre-school children with their two mistresses and with Mrs Busi Vilakazi

Die Vorschulkinder werden in drei Klassen von zwei Lehrerinnen und der Projektleiterin in Liebe unterrichtet.
[The pre-school children enjoy singing with their two mistresses and with Mrs Busi Vilakazi.]

So kommen diese Kinder jeden Tag, damit man sich am Zentrum um sie kümmert. Selbst wenn ein Kind krank ist, können wir uns um es kümmern, und Busi nimmt ihr Auto und bringt es zur Klinik.

Diese Kinder wohnen bei Menschen, die Mitgefühl mit ihnen haben und sie aufnehmen. Sonst leben sie allein, und das ältere Kind sorgt für die Kleineren. Aber dann werden diese Kinder von irgend jemandem mißbraucht — sexuell, geistig und körperlich. Manchmal wird ein Mädchen, das noch ein Kind ist, von einem Mann vergewaltigt, der vorgibt, dass er ein Freund dieses 12jährigen Mädchens ist. In andern Fällen werden sie von angeblichen Verwandten an Männer gegeben, und sie nehmen von diesen Männern Geld, soviel sie wollen — und das tun sie im Namen der „Tradition“ — das ist der schlimmste Missbrauch der Mädchen! Wenn diese Kinder sterben, versammelt sich die örtliche Gemeinschaft und beerdigt sie.

Ein Beispiel für viele

Ich kann nur von einem Kind erzählen, obwohl es Hunderte von ihnen gibt, die ihre Eltern durch HIV/AIDS verloren haben. Es heißt Themba. Er war sehr klein, als seine Mutter starb, und die Geschwister wurden von ihrer Großmutter versorgt, die später auch starb, als dieser Junge 12 Jahre alt war. Zuerst pflegte er noch die Großmutter, als sie krank war. Es gab zwei behinderte Kinder in diesem Haus, einen Jungen und ein Mädchen, die beide nicht gehen konnten — der Junge war auch noch geistig behindert.

Themba kam an unser Zentrum um etwas zu essen zu bekommen und dann für die beiden kranken Geschwister auch etwas mitzunehmen. Wir brachten Lebensmittelpakete ins Haus, weil es keine Verwandten gab. Themba kann jetzt die Schule besuchen dank der Unterstützung durch die Regierung, aber sie brauchen weiter Nahrung von uns, denn sie leben immer noch allein zu Hause.

Themba is one of hundreds of orphans

Der Waisenjunge Themba (d.h. Hoffnung) ist ein Beispiel für viele andere, die Hilfe bis hin zur Ausbildung und seelsorgerliche Unterstützung brauchen.
[Themba is one of hundreds of orphans who need pastoral and physical care, and training.]

Unser Projekt hat das Leben dieser Kinder verbessert, denn sie wissen, dass sie jeden Tag etwas zu essen haben. Der Junge wird eine helle Zukunft vor sich haben, wenn er sich auf das Lernen konzentriert. Aber das Problem in unserm Land ist, dass die Regierung nur die Grundschulausbildung der Waisenkinder fördert, aber nichts darüber hinaus — und das hilft nicht viel!

Zur HIV/AIDS Situation

HIV/AIDS ist in unserm Land nicht zurückgegangen — im Gegenteil: wir sind die Nummer 1 in der Welt. Die Menschen wollen sich dem HIV Test nicht unterziehen, und sie wollen nicht zugeben, dass sie HIV positiv sind, und wollen auch keine Therapie eingehen. So nimmt die Pandemie ihren Lauf und breitet sich immer noch weiter aus. Junge Mädchen werden schwanger und ihre Kinder sterben. Einige werfen ihr Baby in den Busch, weil sie keinen Platz haben, wo sie mit dem Baby, das auch HIV positiv ist, bleiben können. In einigen Landesteilen gibt es ein paar aktive Projekte, aber sie können wenig ausrichten, weil es keine Hilfe von der Regierung gibt und auch Kirchen wenig tun können.

Anstieg der Preise für Lebensmittel und Treibstoff

Die Lebenshaltungskosten in unserm Land sind erschreckend: Die Preise für Lebensmittel steigen fortwährend — hier wenige Beispiele für Grundnahrungsmittel (Preise in „Emalengeni“, der Währung für Swaziland; 1,–€ entspricht etwa 10,– Emalengeni bzw. 10,– Südafrikanischen Rand):

2011   2012  
Maismehl, 50 kg 150,– 358,–
Reis, 10 kg 40,– 98,–
Bohnen, 50 kg 405,– 820,–
Koch-Öl, 20 l 250,– 450,–
Benzin, 1 l 4,85 11,15

Wir bekommen von niemandem sonst Hilfe außer von dem Aidshilfe Förderkreis Heiligenrode. Dieser war in den letzten sechs Jahren bis jetzt unsere Rettungsleine. Das ermöglicht auch den Arbeitenden am Zentrum, am Ende jeden Monats ein kleines Taschengeld zu bekommen.

Ein Haus für Waisenkinder?

Schließlich wäre es die beste Lösung für all die Schmerzen, den Missbrauch und das Leiden der Waisenkinder hier, wir hätten ein Haus für die Kinder und eine Mutter, die sich um sie kümmert, aber die Herausforderung liegt in der Zukunft: Woher kriegen wir das Geld, für die laufenden Kosten dieses Hauses? [Erläuterung des Übersetzers: z.B. Gehalt für Hausmutter, Kosten für drei Mahlzeiten pro Tag, Fahrtkosten mit Bus oder Taxi zur Stadt (Arzt), u.a.m.]

Möge Gott alle die segnen, die sich angesprochen und berührt fühlen von der großen Not der Kinder!

Busi Vilakazi

Bericht über die Selbsthilfegruppe in Botlokwa (Südafrika)

Introduction to the Botlokwa Care and Support Group (South Africa)

Der Aidshilfe Förderkreis unterstützt regelmässig die “Botlokwa Care and Support Group” im nördlichsten Kirchenkreis der ev. luth. Kirche (ELCSA) in der Limpopo Provinz (Südafrika). Seit vielen Jahren bin ich mit dieser Selbsthilfegruppe von Personen, die mit HIV/AIDS leben (= “support group”) und ihren Betreuerinnen (= “Caretaker”) in Verbindung. Aufgrund ihrer Krankheit können sie keine bezahlte Arbeit mehr bekommen. Antiretrovirale Medikamente, die sie täglich einnehmen, helfen ihnen zum Leben. Sie sind weitgehend sozial isoliert, darum ist für sie die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe sehr wichtig.

Damit sie ihren Familien finanziell nicht immer zur Last fallen, haben sie durch unsere Unterstützung ein eigenes Projekt. So können sie sich etwas Geld verdienen und selbst in ihrer kleinen Gemeinschaft eine sinnvolle Arbeit ausüben.

Im Jahr 2003 besuchte ich diese Selbsthilfegruppe und wurde mit grosser Herzlichkeit aufgenommen. Wir umarmten uns wie alte Freunde. Wir hatten auch bei einem Festessen eine wunderbare Gemeinschaft. Durch den mitgebrachten Scheck konnten sie ein Perlenprojekt anfangen. Ich habe später viele ihrer hübschen Ketten in Deutschland verkauft. Im Jahr 2006 haben sie mit Hilfe des “Weltgebetstages für Frauen” zwei moderne Nähmaschinen anschaffen können. Die Frauen nähen Bettwäsche und verkaufen sie dort, ebenso andere Handarbeiten, die sie selbst herstellen.

Vom Aidshilfe Förderkreis unterstützen wir diese Gruppe jährlich mit 200,– Euro als Hilfe für eine Weihnachtsfeier mit gutem Essen und Lebensmitteln zum mit nach Hause nehmen.

Die Betreuerin dieser Gruppe, Frau Rangata, schrieb in einem Dankbrief an uns, dass sie auch Hilfe aus ihrer Umgebung empfangen haben:

On the 16 July 2011, ELCSA Northern Diocese Prayer Women’s League visited our Support Group members. They donated lot of clothes as well as groceries to them. They were so many, they came in two busses. That was called “outreach”. We were so excited and thankful to note that even our Diocese cares about the Support Group. It gave us new courage.

Members of the support group showing the products of their bead project

Drei Mitglieder der Selbsthilfegruppe zeigen die selbstgemachten Perlenketten und die Aids-Abzeichen aus Perlen. Sie tragen sie selbst auf der Brust.
[Three members of the support group show the products of her bead project.]

Members of the support group

Mitglieder der Selbsthilfegruppe.
[Members of the support group.]

Visit of the Northern Diocese Prayer Women's League

Besuch der “Northern Diocese Prayer Women’s League”. Während einer Tagung für die gesamte Diozöse besuchen die “Gebetsfrauen” in ihren Trachten die Selbsthilfegruppe in Botlokwa.
[Visit of the Northern Diocese Prayer Women’s League arriving in two busses.]

Receiving parcels with food and clothes for the support group

Die Betreuerinnen (“Caretaker”) empfangen für die aidskranken Gruppenmitglieder Pakete mit Kleidung und Lebensmitteln.
[The caretakers in Botlokwa receive parcels with food and clothes for the support group.]

Unterstützung für das Mahlabaneni Projekt bei Big Bend (Swasiland)

Busi Vilakazi dankt dem Aidshilfe Förderkreis für die langjährige Unterstützung

Seit 9 Jahren unterstützen wir das Mahlabaneni Projekt bei Big Bend im Süden Swasilands. Seit 10 Jahren haben die Menschen dort durch extreme Trockenheit keine Ernte gehabt. Zudem hat die Hungerhilfe der Welternährungsorganisation FAO alle Unterstützung für Schulspeisungen und Lebensmittelhilfe für Aidskranke eingestellt. Wir sind dankbar, dass wir durch die Spenden unserer Freunde in Deutschland helfen können, dass ca. 300 Kinder und Jugendliche sechs mal wöchentlich eine warme Mahlzeit bekommen. Das ist bei den meisten von ihnen die einzige Nahrung, die sie bekommen. So können sie überleben.

Die langjährige Leiterin, Busi Vilakazi, schreibt, dass sie sehr dankbar ist:

Gott gibt mir die Kraft und Geduld für diese vielen Kinder zusammen mit unseren Helferinnen zu sorgen.

Sie ist auch uns in Deutschland dankbar, dass wir sie in dieser Arbeit seit 9 Jahren unterstützen. Und wir hoffen, dass wir es mit Hilfe unserer Spender auch weiterhin tun können, um Kinder vor dem Verhungern zu bewahren.

Ca 300 Kinder bekommen täglich eine Mahlzeit

Ca. 300 Kinder bekommen täglich eine Mahlzeit. In langen Reihen stellen sie sich an und warten geduldig auf ihr Essen.

Busi Vilakasi spricht ein Tischgebet vor dem Essen

Die Leiterin Busi Vilakasi spricht ein Tischgebet vor dem Essen.

Die Köchin teilt eine nahrhafte Suppe aus

Die Köchin teilt eine nahrhafte Suppe aus.

Die Sojasuppe schmeckt gut

Die Sojasuppe schmeckt gut.

Die Kinder freuen sich über Suppe und Brot

Die Kinder freuen sich über Suppe und Brot.

Neue Projekte in der Kindertagesstätte Matsulu B (Südafrika)

Hilfe zur Selbsthilfe für Frauen und Jugendliche: Nähen, Backen, Gartenarbeit

In der Kindertagesstätte Matsulu B (Provinz Mpumalanga, Südafrika) sind neue Projekte von Frauen und Jugendlichen als Hilfe zur Selbsthilfe entwickelt worden. Die Frauen haben ihre Arbeit für die Waisenkinder bisher immer unentgeltlich durchgeführt. Durch zusätzliche eigene Projektarbeit möchten sie einen kleinen Verdienst haben, damit sie dadurch auch für ihre eigenen Kinder sorgen können. So haben wir in den letzten Monaten jeweils 500,– € für Nähprojekte an fünf Stellen überwiesen. Dadurch konnten jeweils zwei elektrische Nähmaschinen mit Zubehör gekauft werden. So können die Frauen ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln.

Auch eine Gruppe Jugendlicher, die zu den “History Makers” gehört, hat ein Projekt gefunden. Sie haben auf dem steinigen Stück Land hinter der Kita einen Garten angelegt und Kohl gepflanzt.

Frauen nähen Schulkleidung für die Kinder

Unter Anleitung einer Schneiderin lernen die Frauen der Kindertagesstätte Matsulu B (Südafrika) Schulkleidung für die Kinder zu nähen.

Ntokozo zeigt stolz ihre ersten gebackenen Muffins

Durch einen neuen Backherd konnte ein Backprojekt begonnen werden. Ntokozo zeigt stolz ihre ersten gebackenen Muffins. Nur mit dem Verkauf ist es noch schwierig, weil die Menschen in dem umliegenden Wohngebiet wenig Bargeld haben.

Waisenkinder erhalten die begehrte Schuluniform

Eine Gruppe Jugendlicher hat einen Garten angelegt und Kohl gepflanzt. Sie bekommen das Wasser von dem grünen Tank (im Bildhintergrund), der durch einen Bohrbrunnen gefüllt wird.

Waisenkindertage in der Limpopo Provinz (Südafrika)

Hilfe für Waisenkinder im Norden Südafrikas

Der Aidshilfe Förderkreis schickt an sechs verschiedene “Health and Welfare” Gruppen der ev. lutherischen Kirche in der nördlichen Limpopo Provinz (Südafrika) einmal jährich eine finanzielle Unterstützung. So können die aktiven Frauen der Gemeinde ein Weihnachtsfest für die Waisenkinder gestalten. Ein gutes Festessen gehört mit dazu. Die Kinder bekommen auch Lebensmittel und Hygieneartikel zum Mitnehmen.

Boluvedu Parish

Unter der Leitung von Pastorin Jobe haben die Frauen der Gemeinde des Boluvedu Parish den ersten Waisenkindertag organisiert. Die Waisenkinder bekommen Lebenshilfe für die vielen Probleme des Alltags. Viele Kinder leben allein ohne einen Erwachsenen. Es tut gut, wenn eine Frau ein Kind streichelt und sagt: „I love you“.

Teilnehmer am Waisenkindertag

Teilnehmer am Waisenkindertag im Boluvedu Parish. Die Frauen, die hinter den Kindern stehen, gehören zu einem Komitee der Care Givers. Sie bereiten den Waisenkindertag vor.

Kinder zünden Kerzen im Andenken an ihre verstorbenen Mütter an

Beim Waisenkindertag im Boluvedu Parish zünden die Kinder Kerzen im Andenken an ihre verstorbenen Mütter an.

Tshakhuma Parish (Venda)

Während des Waisenkindertages in Ha Mutsha (Tshakhuma Parish) konnten durch den Aidshilfe Förderkreis Schuluniformen an die Waisenkinder verteilt werden. Die Schuluniformen motivieren benachteiligte Kinder zum Lernen und geben ihnen ein anderes Selbstbewusstsein, da sie nun wie andere Kinder die obligatorische Schulkleidung tragen können.

Waisenkinder erhalten die begehrte Schuluniform

Waisenkinder in Ha Mutsha (Tshakhuma Parish) erhalten die begehrte Schuluniform.

Insgesamt konnten im Jahr 2011 durch mehrere grosse Spenden 287 Schuluniformen in Südafrika und Swasiland an bedürftige Kinder verteilt werden. Wir hoffen, dass wir diese Zahl für 2012 vergrössern können, denn viele Kinder sind noch leer ausgegangen. Eine Schuluniform kostet je nach Grösse ca. 40,– €. Wir sind für Spenden hierfür sehr dankbar.

Aidshilfe Förderkreis
Volksbank Syke
BIC: GENODEF1SHR
IBAN: DE42 2916 7624 1707 2107 00

Besuch in einer neuen Kindertagesstätte in Mpumalanga (Südafrika)

Renate Cochrane berichtet von der Kindertagesstätte „Sitholemusa“ in Matsulu B

Wir danken Pastorin Renate Cochrane herzlich für ihren 2. Besuch in Barberton Parish (Provinz Mpumalanga, Südafrika) von Kapstadt aus. Sie hat alle unsere Projekte dort im September 2010 besucht. Sie konnte durch ihre langjährige Erfahrung mit kirchlicher Entwicklungsarbeit den Helferinnen dort mit Rat und Tat zur Seite stehen. Von der Kindertagesstätte „Sitholemusa“ in Matsulu B (20 km außerhalb von Nelspruit, Provinz Mpumalanga) hat sie uns folgenden Bericht mit Bildern geschickt. Sitholemusa wurde durch die Spenden von Freunden des Aidshilfeförderkreises 2009 gebaut. Mitte 2010 konnte ein anliegendes Haus mit Garage dazu erworben werden. Seit kurzem ist dort die Vorschule und der Kindergarten mit ca 30–40 Kindern untergebracht.

Bericht von Renate Cochrane

Matsulu B ist eine sehr arme Gegend, denn die meisten Menschen wurden von ihrer Arbeitsstelle vertrieben. Viele waren Farmarbeiter. Das Land gehört der „Community“, d.h. der Häuptling vergibt ein Stückchen Land, auf dem einfache Ein-Zimmer-Häuser gebaut werden dürfen. Die Bewohner kennen sich nicht und haben deshalb auch nicht die Nachbarschaftshilfe, wie sie in den anderen Gegenden gepflegt wird, wo die Menschen miteinander aufgewachsen sind. Die Waisenkinder in Matsulu sind bedürftiger als in den anderen Gegenden.

Spielende Kinder vor der Kindertagesstätte

Spielende Kinder vor der Kindertagesstätte.

Das obige Foto zeigt besonders klar die Armut im Hintergrund. Die kleinen Häuser wurden von der Regierung gebaut, vor allem für vertriebene Farmarbeiter. Die Menschen, die jetzt dort leben, gehören nicht zu einer gewachsenen Dorfgemeinschaft, sondern wurden recht willkürlich dort angesiedelt. Die Situation von Alkohol, Armut und Verwahrlosung ist viel schlimmer hier in Matsulu B als in der Umgebung der anderen Zentren. Daher kommen die Kinder gern in die Tagesstätte Sitholemusa, das heisst übersetzt „Mir ist Barmherzigkeit widerfahren“. Hier finden sie Sicherheit und Geborgenheit.

Der Wassertank ist lebenswichtig

Der Wassertank ist lebenswichtig.

Wasser – eine Kostbarkeit! Vor dem Essen und nach dem Essen werden die Hände gewaschen. Die Kinder sind alle sehr sauber. Das ist eine Eigenschaft der Swazis, die jedem Besucher angenehm auffällt. Auf Sauberkeit wird äusserster Wert gelegt.

Die Köchinnen teilen das Essen aus

Die Köchinnen teilen das Essen aus.

Es ist sehr heiss und schwül. 35 Grad. Die Kinder bringen zum Essen ihre eigenen Behälter mit und hoffen, dass sie nach dem „Sauberschlecken“ noch einen Nachschlag bekommen und dann nach Hause mitnehmen können. Das ist aber meistens leider nicht der Fall. Nach dem Essen arbeiten diese Köchinnen auch als Betreuerinnen („caregivers“) und tragen die Verantwortung für bis zu 80 Kinder. Sie sind warmherzige Frauen und leisten sehr viel.

Kinder beim Essen

Kinder beim Essen.

Die Kinder dürfen zum Essen auf richtigen Stühlen an Tischen sitzen – das kennen die meisten nicht von zuhause. Nach dem Essen wird Skumbuzo, ein Mitarbeiter der „History Makers“, eine Geschichte erzählen.

Die Kinder hören eine Geschichte

Die Kinder hören eine Geschichte.

Die Kinder wohnen im Umkreis und haben sich nach der Schule umgezogen und sind zum Zentrum gerannt. Nach dem Essen erzählt Skumbuzo eine Geschichte. Einige dürfen nach vorne kommen und etwas vortragen oder vortanzen.

Skumbuzo, ein treuer Mitarbeiter

Skumbuzo, ein treuer Mitarbeiter.

Skumbuzo gestaltet das Nachmittagspgrogramm für die Kinder. Seine Anwesenheit ist ganz besonders wichtig, denn die Kinder brauchen männliche Vorbilder. Es sind sonst nur Frauen in der Waisenarbeit tätig. Der kleine Albino interessiert sich sehr fürs Lesen, denn er muss wegen seiner hellen Haut die Sonne meiden.

Die Kleinen vom Kindergarten warten auf das gemeinsame Programm

Die Kleinen vom Kindergarten warten auf das gemeinsame Programm.

Am Freitagnachmittag sind alle in der großen Halle versammelt – auch die Kleinen vom Kindergarten. Sie sitzen an kleinen Tischen. Sie warten nun auf Vorlesen, Singen und verschiedene Darbietungen der Größeren. Alles wird von Skumbuzo und den History Makers vorbereitet.

Die Kinder sitzen im Schatten der Häuser

Die Kinder stehen im Schatten der Häuser.

Der einzige Schattenplatz ist zwischen dem Hauptgebäude und dem Nebengebäude. Im Hintergrund spielen die Kinder auf dem Klettergerüst, das sehr beliebt ist.

Die Kindertagesstätte wird für viele Waisenkinder zum Ersatz für ihr fehlendes Zuhause. Hier finden sie eine liebevolle Betreuung. Am Sonntag sind sie zu den Gottesdiensten der Gemeinde in ihrem Zentrum eingeladen. Eine größere Zahl von ihnen hat sich schon zum Konfirmandenunterricht angemeldet. So wächst durch das Zentrum auch eine Kirchengemeinde von Erwachsenen und Kindern.

Vorstellung der „History Makers Youth Group“ in Matsulu (Südafrika)

Introduction to the History Makers Youth Group in Matsulu (South Africa)

Der Aidshilfe Förderkreis möchte die Arbeit der Jugendgruppe in Matsulu (Provinz Mpumalanga, Südafrika) vorstellen, die „History Makers Youth Group“. Diese Jugendgruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, die Waisenkinder in vielfältiger Weise zu unterstützen. Wir finanzieren wieder das tägliche Essen während der drei Kinder- und Jugendwochen im Juni und Dezember 2010.

Wie fing alles an?

Sibitiwe Hanna Pereira, 24 J. (BA, Psychologie), war in ihrem Herzen bewegt von der Not der Waisen und der verwahrlosten Kinder in ihrem Umfeld. Zusammen mit einer Reihe von jungen Männern und Frauen aus verschiedenen Kirchen in Matsulu gründeten sie 2008 die „History Makers Youth Group“. Heute gehören ca. 30 Mitglieder zu dieser Gruppe.

Was ist das Ziel der History Makers?

Die Mitglieder der Gruppe möchten Kinder und Jugendliche ganzheitlich vom Wort Gottes her auf ihr Leben vorbereiten und Fähigkeiten wecken, wie sie mit dem frühen Verlust der Eltern leben und den Herausforderungen durch Missbrauch, Armut, Alkohol und Drogen und dem Druck Gleichaltriger standhalten können – Nein sagen lernen vor allem im Blick auf vorzeitige Schwangerschaft und Ansteckung mit HIV/AIDS.
Die History Makers gründen ihre Gemeinschaft auf das Wort Gottes (Jesaja 43,19):

Siehe, ich will ein Neues schaffen. Jetzt wächst es auf; erkennt ihr’s denn nicht?

Aktivitäten

Die Gruppe hat einen Antrag gestellt, sich als NPO (Non Profit Organization) registrieren zu lassen. Dann darf sie als anerkannte Organisation um Spenden werben. Sie haben mit regelmäßigen Speisungen für Waisenkinder und Schüler in Matsulu B begonnen. Sie kochen zur Zeit täglich für 74 Jugendliche, sammeln Kleidung und Wolldecken für den Winter sowie Nahrungsmittel, Hygiene-Artikel und verteilen sie an bedürftige Kinder und Jugendliche. Zusätzlich haben sie am 1.04.2010 eine Bibliothek in der Kindertagesstätte eröffnet. Dazu haben sie in vielen Häusern Bücher in Englisch und Zulu gesammelt. Der Aidshilfe Förderkreis hat diese Arbeit mit der Finanzierung von Tischen und Bücherschränken unterstützt. Die Mitglieder der Gruppe helfen den Jugendlichen beim Lesen, wecken ihr Interesse am Lernen und helfen ihnen bei der Bewältigung der Schulaufgaben.

Die Jugendgruppe möchte die ganze Gemeinschaft des Ortes mit beteiligen, Verantwortung für die Waisenkinder zu übernehmen. Zu Weihnachten soll es einen besonderen Festtag für die Waisenkinder geben, zu dem viele der Ortsgemeinschaft etwas beitragen: z.B. ein Paket Reis, Bohnen u.ä.
Zusätzlich wollen die Mitglieder der History Makers Spenden einwerben durch Auto waschen und Verkauf von History Makers’ T-shirts.

Geistliche Vorbereitung der Gruppe

Im Vertrauen auf Gottes Zusagen in seinem Wort (Psalm 105,41) glauben die History Makers:

Mit Gott ist dieses Jahr für uns das Jahr, in dem wir Unwahrscheinliches und Unmögliches erreichen können. Wir vertrauen darauf, dass Er uns geistlich auf eine andere Ebene bringen wird.

Sie haben sich für jeden Monat einen Tag des Betens und Fastens (jeweils am 7. Tag des Monats) vorgenommen und ein Monatsthema, das sie bearbeiten wollen:

  • März: Das Heil ist schon da
  • April: Wie gehen wir mit der Veränderung um, die mit dem Heil kommt?
  • Mai: Was wird von mir als jungem Erwachsenen erwartet?
  • Juni: Waffen mit denen ich die täglichen Versuchungen überwinden kann
  • Juli: Die Kraft des Gebets
  • August: Wer bist Du in Gott?
  • September: Leben mit dem Heiligen Geist
  • Oktober: Wir sind mehr als Eroberer
  • November: Geben
  • Dezember: Dienen und was über Dein Dienen hinausgeht

Diese Themen sollen das geistliche Wachstum der Leiter fördern.

Dank

Als History Makers möchten wir Euch in Deutschland Danke sagen für Eure Unterstützung bei unserer Bemühung, unsere Bevölkerung und die notleidenden Kinder in unserer Gemeinschaft zu erreichen. Wir wissen es sehr zu schätzen, was Ihr alles für uns tut. Wir wünschen uns, dass Ihr und Euer Team uns besonders zu den Kinder- und Jugendwochen besuchen könntet, damit Ihr seht, was für große Dinge Gott im Leben der Kinder tut, die durch HIV/AIDS betroffen sind.

Auch wir als Aidshilfe Förderkreis danken allen Spendern hier und ehrenamtlichen Mitarbeitern in Südafrika dafür, dass wir in 2010 für drei Kinder- und Jugendwochen 2490 Euro überweisen konnten. Außerdem sind wir dankbar, dass wir allein in der Barberton Parish mehr als 300 Kindern und Schülern regelmäßig eine Speisung zukommen lassen können.

Sibitiwe Hanna Pereira with a coworker

Sibitiwe Hanna Pereira (rechts) mit einer Mitarbeiterin der History Makers.
[On the right Sibitiwe Hanna Pereira with a coworker of the History Makers.]

Young people at Kids Week

Eine Gruppe der Jugendlichen, die zur Kids‘ Week gekommen sind. In der vordersten Reihe sind die History Makers, ganz rechts Sibitiwe.
[A group of the young people who have come to the Kids‘ Week, on the very right there is Sibitiwe.]

The common breakfast at Kids Week

Das gemeinsame Frühstück jeden Morgen ist heiss begehrt. Die Leiterin der Kleingruppe passt auf, dass alles gut verläuft.
[The common breakfast is very important for every one. The leader of the small group supervises that all is done in good order.]

Enjoying the breakfast

Ein Mädchen freut sich über das Frühstück. Meistens haben die Kinder so etwas nicht zu Hause.
[One girl enjoys the breakfast. Usually the children do not get it at home.]

Cleaning of plates

Das Abwaschen der Teller nach der Mahlzeit geschieht draussen in Eimern.
[The cleaning of the plates is done outside in buckets after the meal.]

Different age groups meet together at Kids Week

Die Kids‘ Week findet in Matsulu in der Community Halle statt. Die grosse Schar der Kinder und Jugendlichen ist in verschiedene Altersgruppen eingeteilt. So können sie die Themen und ihre Fragen offen besprechen.
[The Kids‘ Week takes place in the Community Hall at Matsulu. The big number of children and young people is divided in different age groups. So they can speak freely about the topics and express their own questions.]

The girls love to chat

In der freien Zeit sitzen die Mädchen gern zusammen und erzählen.
[During free time the girls love to chat with one another.]

Enjoying a new friendship

Zwei Mädchen schliessen eine neue Freundschaft miteinander.
[Two girls enjoy to have a new friendship.]

Encountering each other playfully

Auf eine lockere Weise begegnen die grösseren Jungen und Mädchen einander spielerisch.
[The older boys and girls encounter each other playfully.]

The young people enjoy being together

Eine Gruppe der Jugendlichen. Sie freuen sich an ihrer Gemeinschaft.
[A group of the young people. They all enjoy being together.]

A member of the History Makers Youth Group

Die Kids‘ Week ist zu Ende, die Arbeit der History Makers noch lange nicht. Abwechselnd putzen sie den großen Saal. Jetzt ist eine der jungen Frauen dran.
[The Kids‘ Week is over, but the work of the History Makers still goes on. They clean the big hall. They change in doing the work. Here we see one of the young women at work.]


Introduction to the History Makers Youth Group in Matsulu, Mpumalanga Province, South Africa

The Aids Care Group wants to introduce to you the youth group of the History Makers. Their goal is to support the orphans and vulnerable children in many ways. We finance again the daily food during the three Kids‘ Weeks in June and December 2010 with Rand 24,900. We help them financially to start different projects and support them in prayer and emails.

Aims

The History Makers Youth Groups want to build their community by spreading the word that brightens the future. The name of the group is founded on Isaiah 43,19:

See, I am doing a new thing! Now it springs up; do you not perceive it?

Their mission is to gather children and teach them about God. Their aim is to identify the children’s gifts and talents, and to equip them with skills in order to tackle challenges they are facing such as teenage pregnancy, HIV/AIDS, loosing parents, peer pressure, emotional and physical abuse, alcohol, drugs and poverty.

Programme for 2010 – Outreach and three Kids‘ Weeks in Matsulu, Langeloop and Matsulu B

  • Collecting and distributing canned and dried foods in March
  • Collecting, washing and distributing clothes and blankets in April/May
  • Collecting and distributing toilettries in July
  • Christmas Party for orphans together with the whole community
  • Two Kids‘ Weeks in Langeloop and Matsulu B in June and July
  • One Kids‘ Week in Matsulu in December
  • Fund raising by washing cars and selling History Makers’ T-shirts

Thanks

We the History Makers want to thank you in Germany. You support us in our effort to reach our community and the children in need. We appreciate very much what you do for us. We wish that you and your team can visit us particulary during the kids‘ weeks so that you can see with your own eyes that God is working in a remarkable way in the lives of the children and teenagers affected by HIV/AIDS.

Children greet the donors in Germany

Die Kinder grüssen die Spender in Deutschland, die alle Mahlzeiten für die Kids‘ Week finanzierten: DANKE, wir lieben euch.
[The children greet the donors in Germany who sponsored the food for the Kids‘ Week: WE LOVE YOU.]