Eine besondere Überraschung

Freude über eine unerwartete Spende für die Waisenkinder in Südafrika und Swasiland

Am Erntedankgottesdienst 2016 wurde in der Nachbarkirche zu Seckenhausen Hanna Steffens ein grosser Scheck überreicht. Er war bestimmt für den Aidshilfe Förderkreis und betrug 1000 Euro. Die Kirchengemeinde hatte aus dem Erlös des Photovoltaik-Kirchendaches diesen Anteil gespendet.

Hanna Steffens freute sich sehr über die unerwartete grosse Spende für die immer noch wachsende Zahl der Waisenkinder in Südafrika und Swasiland. Sie gab einen kurzen Bericht über die dortige Arbeit und dankte ganz herzlich für die grosse Spende.

Hanna und Wilhelm Steffens freuen sich über die Spende der Kirchengemeinde Seckenhausen
Pastorin Judith Matthes überreicht den Scheck an Hanna und Wilhelm Steffens.

Wir geben etwas ab – Kinder helfen Kindern

Benefizkonzert der Grundschule Wangelist in Hameln zugunsten der Kinder im Waisenkinderhaus „Nqaba Yethu“ in Mahlabaneni (Swasiland)

Thomas Lange, der Leiter der Grundschule in Hameln, ist unser langjähriger Freund. Er spendet regelmässig für die Waisenkinder. Letztes Jahr hatte er die Idee, dass er durch einen Sponsorenlauf der Schulkinder die Waisenkinder in „Nqaba Yethu“ („Our Fortress Children’s Home“) unterstützen kann. Das Ergebnis war grossartig, 2.000 Euro konnte er überweisen. Das hat den dortigen Kindern eine lange Zeit geholfen, dass sie genug zu essen hatten und satt wurden. Dieses Jahr hatte Thomas Lange die Idee, erstmalig ein Schulkonzert zu veranstalten und den Erlös den 16 Waisenkindern zukommen zu lassen.

Er berichtet Hanna Steffens in einer Email am 17.04.2016:

Das Schulkonzert ist prima gelaufen. Die 140 Plätze waren schnell besetzt. Mit den Kindern waren ca. 200 Leute da. Die Kinder spielten — allein oder mit ihren Musikschullehrern — Kinderlieder, Volkslieder sowie klassische Stücke bis hin zu Pop und Countrymusik.

Kinder machen Musik beim Benefizkonzert
Eine Reihe von Kindern geben einen Beitrag auf ihren Instrumenten.

Kinder machen Musik beim Benefizkonzert

Unterstützt wurden die Kinder vom Schulchor, einer Tanzschulgruppe und einer Musikschule aus Hameln. Der Applaus war eine Wohltat für alle.

Tanzschulgruppe beim Benefizkonzert
Aufführung der Tanzschulgruppe.

Kinderchor beim Benefizkonzert
Der Chor der Kinder singt.

Zuhörer beim Benefizkonzert
Die Zuhörer beim Benefizkonzert waren am Ende alle begeistert.

Ich stellte das Konzert unter das Motto „Wir geben etwas ab“. So konnten die Kinder etwas von ihrem Können abgeben, und die Erwachsenen wurden von mir gebeten, etwas für die Kinder in Swasiland abzugeben. Ich berichtete auch von der derzeit schlimmen Situation vor Ort.

Spendenaufruf von Thomas Lange beim Benefizkonzert
Der Direktor Thomas Lange beim Spendenaufruf unter dem Motto „Wir geben etwas ab“.

Am Ende konnten wir etwa 700 Euro an Spendengeld einsammeln, und die Schüler der Schule haben nochmals 100 Euro von ihrem Taschengeld dazu gelegt.

Wir hoffen, dass das Geld hilft, die derzeit schlimme Situation in Swasiland etwas zu lindern. Wir denken oft an die Kinder dort und wünschen, dass Gott sie beschützen möge!

Antwort aus Swasiland

Als die Leiterin von „Nqaba Yethu“, Busi Vilakazi, am Telefon von dem Benefizkonzert hörte, war sie sehr gerührt und erfreut. Sie möchte von dem Erlös warme Winterkleidung, Unterwäsche und Schuhe für die wachsenden Kinder kaufen und freut sich sehr darüber, denn die kalte Jahreszeit fängt bald an.

In einem früheren Brief schrieb sie am 16.04.2016 über die schwierige Situation in Swasiland:

We are going through a very challenging time. We have had what they call “El Niño”, a drought that has never been seen before, the hunger and starvation is in order of the day, no one knows what to do, animals like cattle, goats, horses have died in alarming numbers and everyone is now scared that people are following soon. Everything in shops is sky high, we buy water at such high prices. We can not plant gardens, the situation is really bad.

I am just giving you bit of a picture of what we are going through. We are and we always will be very grateful to our dear friends in Germany who have kept us going up to this far giving these children here a meaningful life with happiness.

Kinderspeisung in Mahlabaneni, Swasiland
Busi Vilakazi bei einer Kinderspeisung in Mahlabaneni, Swasiland.

warme Winterkleidung für die Waisenkinder in Mahlabaneni, Swasiland
Von dem Erlös des Benefizkonzerts in Hameln konnte die Leiterin von „Nqaba Yethu“, Busi Vilakazi, warme Kleidung und Schuhe für die Waisenkinder in Mahlabaneni (Swasiland) kaufen.

warme Winterkleidung für die Waisenkinder in Mahlabaneni, Swasiland
Die Kinder in „Nqaba Yethu“ freuen sich über die warme Winterkleidung.

neue Bilderbibeln für die Waisenkinder in Mahlabaneni, Swasiland
Die Kinder in „Nqaba Yethu“ freuen sich auch über die neuen Bilderbibeln und danken den Kindern in Hameln.

Kinder laufen für Kinder

Kinder der Grundschule Wangelist in Hameln laufen für Kinder in Swasiland

Thomas Lange, unser Freund und Schulleiter der Grundschule Wangelist in Hameln, schrieb im Juni 2015 an Hanna Steffens folgenden Brief:

Durch meine langjährige Verbindung zum Aidshilfe-Förderkreis habe ich Gelegenheit erhalten, die Eltern und die Kinder auf die geförderten Projekte in Afrika aufmerksam zu machen. Wir planten einen Sponsorenlauf, um das Projekt in Swasiland zu unterstützen.

Kinder und Lehrer vom Sponsorenlauf in Hameln
Alle Kinder und Lehrer vom Sponsorenlauf.

Die Schule veranstaltete einen Rundlauf um das Schulgebäude, genau 400 Meter lang. Alle Kinder durften so lange Runden laufen wie sie es schafften. Dabei haben sie vorher in der Verwandtschaft, bei Firmen, Nachbarn und Freunden um einen festgelegten Spendenbetrag pro gelaufener Runde geworben.

Am 9. Mai ging es um 9 Uhr los: Viele Eltern waren zum Anfeuern gekommen, viele Helfer standen an der Strasse und haben die Kinder mit Getränken versorgt, auf dem Rücken jede Runde vermerkt und gute Laune verbreitet. Am Start hing ein Poster mit Bildern der Waisenkinder aus dem Haus „Nqaba Yethu“ („Our Fortress Children’s Home“).

Erfrischungen beim Sponsorenlauf in Hameln
Ein erfrischender Trank hilft für eine neue Runde.

Die 110 Schülerinnen und Schüler (6–10 Jahre) legten gleich los und liefen viel mehr Runden, als wir ihnen zugetraut hätten: von 5 Runden (2 Kilometer) bis 50 Runden (20 Kilometer, fast ein Halbmarathon) haben die Kids alles gegeben und entsprechend viel Sponsorengeld eingesammelt.

Kinder und Lehrer beim Sponsorenlauf in Hameln
Kinder und Lehrer beim Sponsorenlauf.

Schulleiter Thomas Lange läuft beim Sponsorenlauf in Hameln mit den Kindern
Der Schulleiter Thomas Lange läuft mit den Kindern.

Im Juni konnte ich 2.050 Euro an den Aidshilfe-Förderkreis überweisen. Alle haben sich sehr über dieses Ergebnis gefreut! Ausserdem schicke ich noch zwei Briefe einer 4. Klasse. Die Schüler haben sie spontan verfasst, schickt sie bitte übersetzt nach Swasiland weiter.

Dies ist die Kopie des einen Briefes, der zweite Brief hat einen ähnlichen Inhalt:

Liebe Kinder in Nqaba Yethu,

wir sind die Kinder aus Deutschland in Hameln und gehen auf die Grundschule Wangelist in die Klasse 4b. Wir wissen, dass es Euch gibt, weil unser Schulleiter uns von euch erzählt hat.

Wir haben in unserer Schule einen Sponsorenlauf gemacht. Der Lauf hiess: "Kinder laufen für Kinder". Darum spenden wir euch Geld. Liebe Kinder, wir hoffen, dass ihr mit dem Geld etwas Gutes erreichen könnt.

Für die Zukunft viel Glück und alles Gute!

Liebe Grüsse, Eure 4b.

Auch vom Kollegium und von mir viele Grüsse und Gottes Segen für Eure tolle Arbeit, die so vielen Menschen hilft.

Herzlich,

Thomas Lange, Schulleiter der Grundschule Wangelist

Dankesbrief von Busi Vilakazi, Swasiland

Die Leiterin von „Nqaba Yethu“, Busi Vilakazi, schrieb einen herzlichen Dankesbrief an Thomas Lange und für die Kinder in der Grundschule Wangelist. Sie war hocherfreut und dankbar für diese grosse Gabe. Die Kinder konnten durch die dafür gekauften Lebensmittel etwa einen ganzen Monat lang leben und satt werden. Sie staunte, dass die Kinder in Wangelist keine Mühe und Anstrengung scheuten, um ihren Waisenkindern in „Nqaba Yethu“ zu helfen.

Ein neues Waisenhaus in Mahlabaneni (Swasiland)

A new children’s home at Mahlabaneni (Swaziland)

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit konnte in Mahlabaneni (Swasiland) ein Waisenhaus fertig gestellt werden. Das Waisenhaus ist bei der Regierung registriert. Es trägt den Namen „Nqaba Yethu — Our Fortress Children’s Home“. Viele Spender aus Deutschland haben dies durch grössere und regelmässige Spenden möglich gemacht. Auch „Bild hilft – Ein Herz für Kinder“ in Hamburg hat mit 7.000 Euro dazu beigetragen.

Children’s Home from outside

Das neue Waisenhaus von aussen.
[The new Children’s Home from outside.]

The terrace offers shade on hot days and a place for playing games

Auf der Terasse können die Kinder bei grosser Hitze im Schatten spielen.
[The terrace offers shade on hot days and a place for playing games.]

Die Leiterin des Mahlabaneni Projektes, Mrs. Busi Vilakazi, schrieb im März 2014:

Ich bin glücklich, dass wir nun endlich verarmte und verlassene Waisenkinder in unserem Waisenhaus aufnehmen können. Die Kinder wurden von Sozialarbeiterinnen ausgewählt und in das Waisenhaus gebracht. Sie hatten Wunden am ganzen Körper und sie waren ausgehungert.

One bedroom with two double beds

Ein Schlafzimmer mit zwei Stockbetten — insgesamt gibt es vier Schlafzimmer für 16 Jungen.
[One bedroom with two double beds — in total, there are four bedrooms for 16 boys.]

Kitchen with gas stove and running water

Küche mit Gasherd und fliessendem Wasser.
[Kitchen with gas stove and running water.]

Die Kinder werden von zwei qualifizierten Frauen liebevoll bei Tag und Nacht betreut. Die „Mütter“ singen und beten mit den Kindern am Abend und zeigen ihnen biblische Geschichten in 16 Bilderbibeln in Swazi, die eine deutsche Landwirtsfamilie spendete. Die Kinder erfahren, dass sie von Jesus geliebt sind. Sie fühlen sich geborgen in Nqaba Yethu und freuen sich an den Spielsachen, die Kinder aus Bonn und Schneverdingen ihnen gerne schickten.

The boys long for a big mealie pap

Die Jungen essen eine grosse Portion Maisbrei. Sie sind zufrieden, dass sie endlich satt werden können.
[The boys long for a big mealie pap. Then they will be fully satisfied.]

The children in the dining / living room

Kinder im Ess-Wohnzimmer. Die Möbel wurden alle von einem Tischler selbst hergestellt. Die Kinder haben schon gelernt, einander anzunehmen und zu respektieren.
[The children in the dining / living room. Chairs and tables have been made by the carpenter in town (Big Bend). The young ones have learnt to accept and to respect one another.]

The children wear new warm clothing, they are still shy

The children wear new warm clothing, they are still shy

The children wear new warm clothing, they are still shy

Die Kinder sitzen auf der Terasse. Sie sind noch etwas scheu. Sie tragen neue warme Kleidung — die kalte Jahreszeit hat begonnen.
[The children are about three years old, and are still shy. They wear new warm clothing — the cold season has started in April.]


The new Children’s Home (Mahlabaneni, Swaziland)

After one and a half years the Children’s Home at Mahlabaneni (Swaziland) is complete. It has been registered by the government. The name is „Nqaba Yethu — Our Fortress Children’s Home“. Social workers have selected the orphans.

Many donors in Germany have made it possible that this home could be built. Even „Bild hilft – Ein Herz für Kinder“ has helped to make the start with Euro 7.000. The director of the Mahlabaneni Development Project, Mrs. Busi Vilakazi, has written to us in March 2014:

I am so happy that finally we could accept poor neglected orphans in our Children’s Home. They had wounds all over from fighting and were very hungry. I had to bring them to the private clinics almost every day. But now their health has improved.

Two qualified „mothers“ in turn look after them day and night. They show them the biblical picture stories in 16 Swazi children’s bibles which a German farmer’s family has donated. The mothers sing and pray with them in the evening, and let them know how Jesus Christ loves them. Day by day the boys feel more secure in „Our Fortress“ and enjoy playing with toys sent by German kids from Bonn and Schneverdingen.

Bericht über das Mahlabaneni Projekt (Swasiland)

Bericht der Projektleiterin Frau Busi Vilakazi vom 8. Juni 2012

Zu allererst möchte ich dem Aidshilfe Förderkreis Heiligenrode für Freundlichkeit und Mitempfinden danken, das den Waisen in Mahlabaneni immer wieder in den sechs Jahren entgegengebracht wurde, in denen wir miteinander verbunden sind. Besonders möchte ich auch dem Eine-Welt-Laden der Klosterstube in Loccum für die Mithilfe beim Bau der ersten Halle und der Küche danken. Gerne danke ich auch „Bild hilft – Ein Herz für Kinder“ in Hamburg für die Installation der Wasserpumpe, die wir bis jetzt nutzen.

Mit Hilfe dieser Organisationen waren wir in der Lage, vier Gebäude zu errichten und in Gebrauch zu nehmen: eine Küche, eine Halle (für Selbsthilfeprojekte), eine weitere Halle (für zwei Vorschulen) sowie das Haus eines Hausverwalters mit Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche.

Durch die Wasserversorgung mit der elektrischen Pumpe können wir einen großen Garten nutzen und die Kinder von den Früchten ernähren anstelle Gemüse zu kaufen. Wir sind auch in der Lage Mais anzupflanzen und Maismehl selbst herzustellen statt es zu kaufen. Maismehl ist in dieser Zeit sehr teuer, denn Mahlabaneni gehört zu einem Landstrich in Swasiland, der sehr sehr trocken ist. Wir hatten in den letzten zehn Jahren durchgehend keinen Regen. Wo die Leute vor vielen Jahren pflügten, wächst jetzt ein dicker Wald.

Unser Zentrum ist eine große Hilfe für die ganze Gemeinde Mahlabaneni geworden. Eine Halle wird von Frauen genutzt, die Handarbeiten lernen wie Nähen, Matten Flechten, Jerseys Stricken und Häkeln. Wenn sie ihre Arbeit beendet haben, kommt eine andere Gruppe und wickelt Draht für Elektrozäune. Die andere Halle wird für den Unterricht der Vorschulkinder genutzt.

A Swazi lady sews blouses and teaches others

Frauen nähen an gespendeten Nähmaschinen und leiten darin andere an.
[A Swazi lady sews blouses and teaches others.]

Zur Entwicklung der Vorschule

Wir haben zwei Vorschullehrerinnen und zwei Köchinnen, die für die Kinder an sechs Tagen in der Woche kochen. Wir haben 45 Vorschulkinder und weitere 300 Kinder, die dank einer Unterstützung der Regierung die Grundschule besuchen. Sie alle erhalten einmal pro Tag an sechs Tagen eine nahrhafte Mahlzeit.

Pre-school children at the Mahlabaneni Development Project

Vorschulkinder im Mahlabaneni Entwicklungsprojekt.
[Pre-school children at the Mahlabaneni Development Project.]

Wir haben als Projektleiterin eine Rentnerin, Frau Busi Vilakazi, die sich um alles im Zentrum kümmert. Sie hat gesehen, wie die Menschen in dieser Gegend sterben und ihre Kinder allein zurücklassen, ohne dass sich irgendjemand um sie kümmert. Da hat sie die kleinen Waisenkinder gesammelt und von ihrer eigenen kleinen Pension eine Vorschule für die Waisenkinder ins Leben gerufen. Denn diese kleinen Kinder würden niemals etwas werden können ohne Schulbildung. Die hiesigen Schulen nehmen keine Kinder, die nicht zuerst eine Vorschule besucht haben. Es gilt: Ausbildung ist die Antwort auf ihre Not in der Zukunft.

Pre-school children with their two mistresses and with Mrs Busi Vilakazi

Die Vorschulkinder werden in drei Klassen von zwei Lehrerinnen und der Projektleiterin in Liebe unterrichtet.
[The pre-school children enjoy singing with their two mistresses and with Mrs Busi Vilakazi.]

So kommen diese Kinder jeden Tag, damit man sich am Zentrum um sie kümmert. Selbst wenn ein Kind krank ist, können wir uns um es kümmern, und Busi nimmt ihr Auto und bringt es zur Klinik.

Diese Kinder wohnen bei Menschen, die Mitgefühl mit ihnen haben und sie aufnehmen. Sonst leben sie allein, und das ältere Kind sorgt für die Kleineren. Aber dann werden diese Kinder von irgend jemandem mißbraucht — sexuell, geistig und körperlich. Manchmal wird ein Mädchen, das noch ein Kind ist, von einem Mann vergewaltigt, der vorgibt, dass er ein Freund dieses 12jährigen Mädchens ist. In andern Fällen werden sie von angeblichen Verwandten an Männer gegeben, und sie nehmen von diesen Männern Geld, soviel sie wollen — und das tun sie im Namen der „Tradition“ — das ist der schlimmste Missbrauch der Mädchen! Wenn diese Kinder sterben, versammelt sich die örtliche Gemeinschaft und beerdigt sie.

Ein Beispiel für viele

Ich kann nur von einem Kind erzählen, obwohl es Hunderte von ihnen gibt, die ihre Eltern durch HIV/AIDS verloren haben. Es heißt Themba. Er war sehr klein, als seine Mutter starb, und die Geschwister wurden von ihrer Großmutter versorgt, die später auch starb, als dieser Junge 12 Jahre alt war. Zuerst pflegte er noch die Großmutter, als sie krank war. Es gab zwei behinderte Kinder in diesem Haus, einen Jungen und ein Mädchen, die beide nicht gehen konnten — der Junge war auch noch geistig behindert.

Themba kam an unser Zentrum um etwas zu essen zu bekommen und dann für die beiden kranken Geschwister auch etwas mitzunehmen. Wir brachten Lebensmittelpakete ins Haus, weil es keine Verwandten gab. Themba kann jetzt die Schule besuchen dank der Unterstützung durch die Regierung, aber sie brauchen weiter Nahrung von uns, denn sie leben immer noch allein zu Hause.

Themba is one of hundreds of orphans

Der Waisenjunge Themba (d.h. Hoffnung) ist ein Beispiel für viele andere, die Hilfe bis hin zur Ausbildung und seelsorgerliche Unterstützung brauchen.
[Themba is one of hundreds of orphans who need pastoral and physical care, and training.]

Unser Projekt hat das Leben dieser Kinder verbessert, denn sie wissen, dass sie jeden Tag etwas zu essen haben. Der Junge wird eine helle Zukunft vor sich haben, wenn er sich auf das Lernen konzentriert. Aber das Problem in unserm Land ist, dass die Regierung nur die Grundschulausbildung der Waisenkinder fördert, aber nichts darüber hinaus — und das hilft nicht viel!

Zur HIV/AIDS Situation

HIV/AIDS ist in unserm Land nicht zurückgegangen — im Gegenteil: wir sind die Nummer 1 in der Welt. Die Menschen wollen sich dem HIV Test nicht unterziehen, und sie wollen nicht zugeben, dass sie HIV positiv sind, und wollen auch keine Therapie eingehen. So nimmt die Pandemie ihren Lauf und breitet sich immer noch weiter aus. Junge Mädchen werden schwanger und ihre Kinder sterben. Einige werfen ihr Baby in den Busch, weil sie keinen Platz haben, wo sie mit dem Baby, das auch HIV positiv ist, bleiben können. In einigen Landesteilen gibt es ein paar aktive Projekte, aber sie können wenig ausrichten, weil es keine Hilfe von der Regierung gibt und auch Kirchen wenig tun können.

Anstieg der Preise für Lebensmittel und Treibstoff

Die Lebenshaltungskosten in unserm Land sind erschreckend: Die Preise für Lebensmittel steigen fortwährend — hier wenige Beispiele für Grundnahrungsmittel (Preise in „Emalengeni“, der Währung für Swaziland; 1,–€ entspricht etwa 10,– Emalengeni bzw. 10,– Südafrikanischen Rand):

2011   2012  
Maismehl, 50 kg 150,– 358,–
Reis, 10 kg 40,– 98,–
Bohnen, 50 kg 405,– 820,–
Koch-Öl, 20 l 250,– 450,–
Benzin, 1 l 4,85 11,15

Wir bekommen von niemandem sonst Hilfe außer von dem Aidshilfe Förderkreis Heiligenrode. Dieser war in den letzten sechs Jahren bis jetzt unsere Rettungsleine. Das ermöglicht auch den Arbeitenden am Zentrum, am Ende jeden Monats ein kleines Taschengeld zu bekommen.

Ein Haus für Waisenkinder?

Schließlich wäre es die beste Lösung für all die Schmerzen, den Missbrauch und das Leiden der Waisenkinder hier, wir hätten ein Haus für die Kinder und eine Mutter, die sich um sie kümmert, aber die Herausforderung liegt in der Zukunft: Woher kriegen wir das Geld, für die laufenden Kosten dieses Hauses? [Erläuterung des Übersetzers: z.B. Gehalt für Hausmutter, Kosten für drei Mahlzeiten pro Tag, Fahrtkosten mit Bus oder Taxi zur Stadt (Arzt), u.a.m.]

Möge Gott alle die segnen, die sich angesprochen und berührt fühlen von der großen Not der Kinder!

Busi Vilakazi

Unterstützung für das Mahlabaneni Projekt bei Big Bend (Swasiland)

Busi Vilakazi dankt dem Aidshilfe Förderkreis für die langjährige Unterstützung

Seit 9 Jahren unterstützen wir das Mahlabaneni Projekt bei Big Bend im Süden Swasilands. Seit 10 Jahren haben die Menschen dort durch extreme Trockenheit keine Ernte gehabt. Zudem hat die Hungerhilfe der Welternährungsorganisation FAO alle Unterstützung für Schulspeisungen und Lebensmittelhilfe für Aidskranke eingestellt. Wir sind dankbar, dass wir durch die Spenden unserer Freunde in Deutschland helfen können, dass ca. 300 Kinder und Jugendliche sechs mal wöchentlich eine warme Mahlzeit bekommen. Das ist bei den meisten von ihnen die einzige Nahrung, die sie bekommen. So können sie überleben.

Die langjährige Leiterin, Busi Vilakazi, schreibt, dass sie sehr dankbar ist:

Gott gibt mir die Kraft und Geduld für diese vielen Kinder zusammen mit unseren Helferinnen zu sorgen.

Sie ist auch uns in Deutschland dankbar, dass wir sie in dieser Arbeit seit 9 Jahren unterstützen. Und wir hoffen, dass wir es mit Hilfe unserer Spender auch weiterhin tun können, um Kinder vor dem Verhungern zu bewahren.

Ca 300 Kinder bekommen täglich eine Mahlzeit

Ca. 300 Kinder bekommen täglich eine Mahlzeit. In langen Reihen stellen sie sich an und warten geduldig auf ihr Essen.

Busi Vilakasi spricht ein Tischgebet vor dem Essen

Die Leiterin Busi Vilakasi spricht ein Tischgebet vor dem Essen.

Die Köchin teilt eine nahrhafte Suppe aus

Die Köchin teilt eine nahrhafte Suppe aus.

Die Sojasuppe schmeckt gut

Die Sojasuppe schmeckt gut.

Die Kinder freuen sich über Suppe und Brot

Die Kinder freuen sich über Suppe und Brot.

Leben teilen — Segen weitergeben

Hanna Steffens und Ilona Meyer berichten von ihrem Besuch bei den Aidshilfe-Projekten in Südafrika und Swasiland im April 2008

Auf dieser Reise standen Aidswaisenkinder und arme Kinder sowie die Hilfsprojekte und deren Mitarbeiter im Vordergrund. In Afrika sind fast immer Kinder die Opfer. Ich habe neu gelernt, Kinder mit den Augen der Liebe Jesu Christi zu sehen. Er hat sie geachtet, geliebt und gesegnet und ihnen seine Wärme und Nähe gegeben.

Orphans

Waisenkinder.
[Orphans.]

Jesus Christus als Vorbild und Segen

Jesus sagte zu seinen Jüngern (Markus 10,14+16):

Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht. Denn ihnen gehört das Reich Gottes. Und er herzte sie, legte die Hände auf sie und segnete sie.

Hanna Steffens with orphans

Hanna Steffens mit Waisenkindern.
[Hanna Steffens with orphans.]

Bei unseren Besuchen streckten sich uns viele kleine Hände entgegen. Mit großen offenen Augen sahen sie uns an. Einzelne setzten sich voller Vertrauen auf unseren Schoß, obwohl wir ihnen doch ganz fremd waren.

Das ist das Besondere an diesen afrikanischen Kindern ohne Eltern: sie sind offen und echt und staunen über die kleinen Wunder des Alltags und begegnen uns Fremden mit „kindlichem“ Vertrauen.

Wall hanging

Wandbehang.
[Wall hanging showing Jesus and children with five loafs and two fish and a Bible.]

Ilona und ich haben für die Kindertagesstätte in Langeloop (Provinz Mpumalanga, Südafrika) zur Einweihung einen Wandbehang gefertigt: Jesus steht in der Mitte und hält die Kinder an seiner Hand. Andere Kinder kommen von außen in diesen Kreis. Auf der grünen Wiese liegen fünf Brote und zwei Fische und eine Bibel als Symbole für die Speisung mit dem Allernötigsten. Jesus kann aus dem Wenigen, das wir für die Kinder bringen und mit ihnen teilen, viel machen. Durch sein Wort ist er für sie das Brot des Lebens.

Situation der Waisenkinder und Erste Hilfe

In Südafrika leben ca. 1,5 Millionen Waisenkinder, die Tendenz ist stark steigend. Die Regierungsprogramme kommen nicht nach. Die HIV-Rate liegt bei schwangeren Frauen in manchen Regionen bei 38,9%. In Afrika südlich der Sahara wird sie 2010 nach Schätzungen bei 50 Mio. liegen.

In Südafrika gibt es viele sog. „schwarze Diamanten“, das sind „steinreiche“ Afrikaner. Die Kluft zwischen Reichen und Armen ist nach 1994 ständig größer geworden. Die Arbeitslosenrate liegt in stadtfernen Landgebieten bei 50% bis 60%. Durch die steigenden Ölpreise werden alle Preise sehr angehoben. Der Kurs des Rand zum Euro steigt und spiegelt die zunehmende Inflation wider. Viele Menschen leiden Mangel, besonders die Kinder in Kinderhaushalten hungern, in denen ein halbwüchsiges Mädchen (14-17 Jahre) oder ein 16-jähriger Junge den Haushalt für die 3-5 jüngeren Geschwister führt, selber aber den Schulbesuch abbrechen musste, um irgendwo etwas zu verdienen. Ohne Hilfe von außen können diese Kinder sich selbst nicht ernähren, weil sie auch keine Erfahrung in Gartenbau oder Feldarbeit haben.

Mahlabaneni Development Project

Mahlabaneni Entwicklungsprojekt (Swasiland) und Ilona Meyer mit Waisenkindern.
[Mahlabaneni Development Project (Swasiland).]

Bei dem von unserem Förderkreis zusammen mit dem Eine-Welt-Laden in Loccum initiierten Mahlabaneni Entwicklungsprojekt bei Big Bend in Swasiland versorgt unsere treue Partnerin, Frau Busi Vilakazi, annähernd 200 Kinder mit Speisungen, die wir fortlaufend finanzieren, weil es dafür bislang noch keine Regierungsprogramme gab.

Feeding of children

180 Kinder erhalten an vier Tagen eine warme Mahlzeit, 35 Vorschulkinder werden hier unterrichtet und bekommen zweimal täglich zu essen.
[180 children are fed four times a week, 35 Preschool kids twice a day.]

Durch die anhaltende Trockenheit wächst in diesen niedrig gelegenen Gebieten (lowveld) seit Jahren keine Frucht mehr. Nur mit Hilfe einer von Bild hilft „Ein Herz für Kinder“ gespendeten Wasserversorgung kann Busi V. ein Gemüsefeld bewässern. Einzäunung, Saatgut, und Leih-Trecker zum Pflügen haben wir übernommen. Ohne ihren selbstlosen Einsatz mit drei Köchinnen und zwei Vorschullehrern sowie einem Nähprojekt freiwilliger Frauen wären vermutlich viele Kinder schon gestorben.

Busi Vilakazi with school uniform

Busi Vilakazi, die Projektleiterin, zeigt eine Schuluniform, von den Frauen genäht.
[The project coordinator presents a school uniform made by women.]

Polygame Tradition und ungeschützte Verbreitung von HIV

Es ist eine uralte Sitte in Afrika, dass Männer polygam lebten. Früher hatten sie legal mehrere Frauen, für die sie rechtmäßig sorgten. Bis heute ist es weit verbreitet, dass vor der Heirat auch in einer monogamen Ehe der Bewerber einen Brautpreis an die Familie seiner künftigen Frau zahlt. Früher war das die soziale Absicherung der Eltern, heute ist es die Anerkennung des sozialen Status der Frau.

Seit dem Ende der Apartheid und der Einführung der Demokratie für alle herrscht bei vielen ein Bewusstsein der „großen Freiheit“. Das macht sich u.a. auch bei Lehrern bemerkbar, und die Schüler machen es ihnen nach. Die sexuelle Freiheit bei den Heranwachsenden und die mit der alten polygamen Tradition gekoppelten Vorrechte des Mannes gegenüber einer Frau wirken zusammen, so dass es keine kulturellen oder ethischen Barrieren gegen die HIV Infektion beim Geschlechtsverkehr gibt. Weil viele Männer in den besten Jahren und mit gutem Verdienst (sugar daddies) fürchten, sich bei gleichaltrigen Frauen anzustecken, gebrauchen sie Kinder und Jugendliche in der Hoffnung, dass diese noch nicht HIV infiziert sind. Sie verführen manchmal bewusst junge Mädchen schon zur Prostitution, indem sie mit einem 50 Rand-Schein winken und dann eine Gegenleistung erwarten und meistens auch bekommen, weil eine Frau zu einem erwachsenen Mann nicht Nein sagt. Leider ist das oft auch mit nackter Gewalt verbunden. Waisenkinder, noch dazu schutzlos in brüchigen Häusern in Kinderhaushalten lebend, sind dadurch besonders gefährdet.

Girls with traumatic experiences

Zwei Mädchen mit traumatischen Erfahrungen.
[Girls with traumatic experiences.]

Bei diesen Kindern aus einem Haushalt mit drei Kindern (13, 11 u. 8 Jahre) wurde nachts eingebrochen. Es war für die Einbrecher nicht schwer, in das total brüchige Haus einzubrechen. Auch das Dach war schon halb eingebrochen. Die Männer wollten das älteste Mädchen missbrauchen. Alle Kinder schrieen laut auf. Zum Glück hörten das die Nachbarn und eilten mitten in der Nacht herbei. Darauf flohen die Eindringlinge. Die Kinder blieben allein zurück, natürlich total verängstigt, und kamen am folgenden Tag nicht wie gewohnt zum Mittagessen.

Frau Beauty Masilela (s.u.) machte sich auf den Weg, um nach ihnen zu sehen, und erfuhr die ganze Geschichte. Sie hat dann die drei Kinder sofort in das leerstehende Pfarrhaus zum Schlafen aufgenommen und uns gebeten, dass wir finanziell helfen. Mit unserer Hilfe konnte sie schon sechs Wolldecken und sechs Matratzen und Bettwäsche kaufen.

So brauchen diese „verwundbaren“ Kinder (vulnerable children) Menschen, die sich in der Liebe Christi um sie kümmern, ihnen zu essen geben und sie unter ihren Schutz stellen, soweit das möglich ist.

Feeding at Langeloop

Speisungen in Langeloop (Provinz Mpumalanga, Südafrika) mit kleinem Wächterhaus.
[Feeding at Langeloop (Barberton Parish, Mpumalanga, South Africa), small watchman house in the back.]

Speisungen in Langeloop/Barberton Parish — ein Liebeswerk der Frauen

Zwei Frauen in Langeloop haben an Neujahr 2005 begonnen, in dem Hof eines Privatgrundstücks 68 Kinder zu speisen. Die Hausbesitzerin hat an jedem Wochenende auf ihrem Herd auf eigene Kosten für sie gekocht, denn am schulfreien Samstag bekommen Grundschulkinder keine Schulspeisung. Die Frauen haben über Pfähle eine Plane gespannt, um einen schattigen Platz für die Kinder zu haben. Sie haben Geschirr dazugekauft und brauchten bald Geld für Maismehl und etwas Fleisch.
Feeding at Langeloop 2

Kinder essen Maisbrei mit einem Stückchen Wurst.
[Children eat maize porridge with a small piece of sausage.]

Aber auf Dauer reichte der kleine Hof nicht mehr aus. So wurde der Häuptling um ein größeres Stück Land gebeten. Dort konnte ab Sommer 2006 mit vielen kleinen und größeren Spenden aus unserem Förderkreis eine geräumige Halle als Kindertagesstätte gebaut und am 6.4.08 durch Bischof Biyela (Ev. luth. Kirche ELCSA Ost-Diözese) eingeweiht werden.

Im hinteren Teil der Halle sind zwei Ruhezimmer für kleinere Jungen und Mädchen, ein Abstellraum und ein Büro. Draußen auf dem Grundstück sind eine Küche, ein Wassertank, ein WC und ein Wächterhaus gebaut.

Drop-in centre at Langeloop

Kindertagesstätte, Küche und Wassertank in Langeloop.
[Drop-in centre with kitchen and water tank at Langeloop.]

Auf unseren Antrag hin hat Bild hilft „Ein Herz für Kinder“ auch hier für die Wasserbohrung und Installation einer elektrischen Pumpe und Rohrleitungen gespendet. Ein großer Segen für die Kinder und den Garten!

Einweihung der Kindertagesstätte in Langeloop

Dedication of the hall

Beginn der Einweihung mit Prozession um die Halle.
[Dedication of the hall by procession with the bishop.]

Da die Kindertagesstätte (Drop-in Centre) sonntags auch als Gottesdienstraum genutzt werden soll, wird sie mit einem festlichen Gottesdienst eingeweiht. Dazu zieht der Bischof zuerst mit der Gemeinde und allen Pastoren um das Gebäude herum, klopft mit seinem Bischofsstab an die Türen und enthüllt die Gedenktafel, die neben der Losung aus Johannes 14,19 auch den Hinweis auf den Sponsor, unseren Aidshilfe Förderkreis, enthält: die „Aids Care Group Heiligenrode“.

Bishop unveils the commemorating plaque

Bischof enthüllt die Gedenktafel.
[Bishop unveils the commemorating plaque.]

Nach dem Abendmahl werden die Kinder gesegnet — auch wir segnen.

Blessing the children

Ilona Meyer und Pastorin C.Pereira (in Rot) segnen die Kinder.
[Ilona Meyer and Rev. C. Pereira bless the children.]

Dann hängen wir 15 Helferinnen, die schon viele Jahre ehrenamtlich arbeiten, die von uns mitgebrachten Silberkreuze (Diakoniekreuze) um. Damit möchten wir ihnen eine Anerkennung und eine Motivation für ihren weiteren Dienst geben.

Silver crosses are given to the voluntary helpers

Ilona Meyer und Hanna Steffens hängen den Helferinnen Diakoniekreuze um.
[Silver Crosses are hung around the necks of the voluntary helpers.]

Bischof Biyela hat für sie gebetet und sie für ihren Dienst an den Kranken und Waisenkindern gesegnet — ganz im Sinne des Wortes Jesu (Matthäus 18,5):

Wer ein Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.

Orphans waiting

Zwei Waisenkinder warten.
[Two orphans waiting.]

Nach dem Ende des Gottesdienstes sprach ich Eltern und Kinder besonders an mit der Frage: Wer sind heute hier die wichtigsten Personen? — Ihr seid es, ihr Kinder. Jedes von euch ist kostbar (precious), weil Jesus euch mit seiner Liebe anschaut. Er ist euer Freund. Er hört eure Gebete, gerade wenn ihr ihm eure Not klagt.

Für euch wurde diese Kindertagesstätte gebaut. Hier bekommt ihr zu essen. Hier gehen die Kleinen zur Vorschule. Hierher könnt ihr Größeren kommen, um eure Schulaufgaben zu machen.

Hier seid ihr alle zuhause, sicher und geborgen. Hier könnt ihr spielen (wir schenkten ihnen zwei große Bälle) und auch in der Bibel lesen und biblische Geschichten erzählt bekommen. (9 Bibeln wurden am nächsten Tag den Helferinnen übergeben, weitere sollen gekauft werden.)

Orphans during the dedication service

Waisenkinder im Gottesdienst.
[Orphans during the dedication service.]

Ein Tag in Schoemansdal

Ein besonderes Vorbild der Liebe zu den Kindern erlebten wir in der Gemeinde Schoemansdal (Provinz Mpumalanga, Südafrika). Dort arbeitet Frau Beauty Masilela unermüdlich für die Kinder. Sie richtete eine Vorschule in der leerstehenden Garage eines unbewohnten Pfarrhauses ein und kocht täglich für 25 Waisen und 28 gefährdete Kinder und 10 Flüchtlingskinder aus Mozambique. Deren Mütter sind gestorben, den Aufenthalt des Vaters kennen sie nicht. Eine Geburtsurkunde besitzen sie nicht, auch keine Sterbeurkunde der Mutter. Wegen dieser fehlenden Dokumente können sie in Südafrika nicht registriert werden und auch keine Beihilfen beantragen. Aber da Südafrika die Charta der UN für Kinderrechte angenommen hat, kann Beauty M. durch die Vermittlung des Häuptlings und der Polizei vielleicht doch erreichen, dass sie einen Personalausweis (ID Card) bekommen. (Das erfuhr ich nach meiner Abreise von Mpumalanga im Sozialministerium der Limpopo Provinz und teilte es ihr mit.)

Cook dishes out the meal

Köchin teilt das Essen aus.
[Cook dishes out the meal.]

Wir haben schon einen Elektroherd, Kühlschrank und einen Regenwassertank finanziert sowie die gründliche Renovierung des Hauses. Wir kommen auch für die Verpflegung und für die Schuluniformen auf. Beauty Masilela näht selbst Taschen mit afrikanischen Mustern zum Verkauf und Schulkleidung für ihre Vorschulkinder.

Beauty Masilela with her grand-daughter

Beauty Masilela mit ihrer Enkeltochter.
[Beauty Masilela with her grand-daughter.]

Gottlob ist Beauty Masilela ein Mensch der Barmherzigkeit, die voller Hingabe den Kindern unentgeltlich dient: vormittags Vorschulunterricht und mit der Köchin das Essen zubereiten und an 63 Kinder austeilen, nach 16 Uhr nähen und abends für die eigene Familie kochen,waschen.

Multiplikatorenseminar in Beuster / Venda

Unsere letzte Station war Beuster (Limpopo Provinz, Südafrika), meine „alte Heimat“, in die ich 1956 als Missionarin für Frauen-, Kinder- und Jugendarbeit gesandt wurde und dort 10 Jahre tätig war. Durch meine Arbeit habe ich unter den damaligen Kindern und Jugendlichen bis heute Freundinnen gewonnen, die mir in meiner gegenwärtigen Arbeit eine unschätzbare Hilfe geworden sind. Zum Willkommen sangen mir die älteren Frauen afrikanische Lieder vor, die ich vor 45 Jahren in einem Liederbuch mit dem do-re-mi-fa-so Notensystem und Handzeichnungen gesammelt und mit ihnen gesungen habe.

Collection of African chorusses

Ein von Hanna Steffens handgefertigtes Liederbuch.
[A collection of African chorusses in do-re-mi-fa-so.]

Eine von ihnen ist Reggy Farisani, Dezernentin für Vorschul- und Grundschulkinder im Erziehungsministerium in Polokwane/Pietersburg und Frau des derzeitigen Präsidenten des Parlaments der Limpopo Provinz, des Pastors Dr. Tshenu S. Farisani, der Direktor des Kirchenzentrums auf Beuster ist.

Mit Reggy war ich zu einer Caregivers’ Conference des Kirchenkreises Devhula/Lebowa der ELCSA eingeladen.

Care groups of ELCSA Devhula/Lebowa Circuit

Die Caregivers aus dem Kirchenkreis Venda beim Seminar in Beuster.
[24 ladies from care groups of ELCSA Devhula/Lebowa Circuit at Beuster.]

24 Frauen interessierten sich sehr für die Bedürfnisse der Waisen (Needs of Orphans) und überlegten, welche Antwort sie in den Gemeinden darauf geben könnten. Es wurde deutlich, dass die schon vorhandenen Care Groups noch eine Situations- und Bedarfsanalyse machen sollten, um gezielt Waisenkinder zu sammeln. Dazu hatte ich einen Fragebogen entworfen. Durch die biblische Grundlegung und deren ganzheitliche Anwendung waren sie hoch motiviert. Nach ihrer Meinung könnten leerstehende Gebäude renoviert, darin Kindertagesstätten eingerichtet und Beihilfen für die laufenden Kosten beim Sozialministerium beantragt werden. Voraussetzung für die Antragstellung sind eine über mehrere Jahre geprüfte ordnungsgemäße Buchführung und die Anerkennung als Non-Profit Organisation (NPO). Danach kann erst um staatliche und private Spenden geworben werden. Das bedeutet für uns, dass wir eine Impulsfinanzierung leisten müssen, weil die Kirchengemeinden im Normalfall neben der Eigenfinanzierung der hauptamtlichen Mitarbeiter diese zusätzlichen Gelder nicht allein aufbringen können.

Project coordinator and treasurer of Orphan and Child Care Committee

Frau Themba und Frau Mhlongo aus der Projektleitung in Langeloop.
[Project coordinator and treasurer of Orphan and Child Care Committee.]

Frau T. Themba, die Vorsitzende, und Frau Mhlongo, die Schatzmeisterin des Orphan and Child Care Committee in Langeloop sind leuchtende Vorbilder für diese Anforderungen. Aber ohne die innere Motivation durch die Liebe Jesu hätten auch sie nicht den Bau einer großen Halle, die Koordination und Motivation aller ehrenamtlichen Kräfte und die Finanzplanung und Buchführung durchhalten können. Das alles macht Frau Themba neben ihrer leitenden Tätigkeit als Krankenschwester.

Ein neues Projekt in Matsulu B

Rev. Caroline Pereira

Pastorin Caroline Pereira im Pfarrhaus, neben ihr Frau mit Gesangbuch.
[Rev. C. Pereira at home who hosted Ilona Meyer and Hanna Steffens for four nights.]

Seit über 40 Jahren bin ich mit der Pastorin Caroline Pereira durch die Kinderarbeit in Venda befreundet. Sie ist die leitende Pastorin für die Barberton Parish mit Sitz in Matsulu A (Ausdehnung über 100 km).

Sibitiwe Hanna Pereira

Sibitiwe Hanna Pereira, Initiatorin der Kinderbibelwoche.
[Sibitiwe starting the Kids‘ Week during school holidays in December and June.]

Dort haben die jugendlichen „History Makers“ unter Anleitung von Sibitiwe Hanna Pereira, die gerade ihr Examen (BA) in Psychologie gemacht hat, in den jeweiligen Winter- und Sommerferien eine Kinderbibelwoche mit 400 bzw. 300 Teilnehmern durchgeführt mit Einblick in die Probleme von Liebe und Sex, Schwangerschaft, Drogen, Vergewaltigung und HIV/AIDS.

In Matsulu B, einem Neubaugebiet für gekündigte Farmarbeiterfamilien, die auf den Farmen nur so lange Wohnrecht haben, wie sie dort auch arbeiten, wollen die Frauen und Mütter nun eine kleine Halle zur Speisung der Waisenkinder bauen.

History Makers Youth

Die Jugendlichen der „History Makers“ Gruppe im Vorbereitungsteam.
[The History Makers Youth in the preparatory team for the Kids‘ Day.]

Sibitiwe und die 18-25jährigen Jugendlichen werden dort in den Winterferien (Juli) von Haus zu Haus gehen und nach der Situation der Familien und nach Waisenkindern fragen. An einem Samstag wollen sie dann alle Kinder und Jugendlichen einladen und mit ihnen singend, spielend und betend deren Leben ganzheitlich in den Blick nehmen.

Die notwendige Kindertagesstätte in Matsulu B wird sich daraus entwickeln und unser nächstes Bauprojekt werden. Die Frauen sammeln dafür jeden Monat 50 Rand. Für Speisungen sorgen wir jetzt schon.

Dank

Wir sind allen von Herzen dankbar, die die empfangene Liebe in Wort und Tat mit den Kindern teilen und so den Segen Jesu Christi an die Waisen weitergeben, die darauf ebenso warten wie auf einen Teller Maisbrei.

A preschool girl having received her daily ration

Eine Vorschülerin empfängt das Essen.
[A preschool girl having received her daily ration.]

Wir danken Christus, dass er sich zuerst der Kleinen und Schwachen annimmt, und wollen darum beten, dass uns die Augen und Herzen auch für die Armut vieler Kinder in Deutschland geöffnet werden. Empfangenen Segen weitergeben und Leben teilen — dazu helfe uns Gott!